Da liegt was in der Luft

erstellt von Thüringen entdecken am 7. April 2015 | 16:24

Kategorie: Rezepte | Stichwörter: ,

Als Schatzsuche macht eine Wanderung gleich noch mehr Spaß, besonders den jüngsten Wanderern. Und Thüringen ist reich an Schätzen, vor allem an kulinarischen, wie ihr ja bestimmt schon wisst. Zu den derzeit begehrtesten Funden gehören in diesen Frühjahrswochen der saftig grüne Bärlauch in den Thüringer Wäldern. Doch wo genau kann man den würzigen „Waldknobi“ derzeit erschnuppern?

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Wir verraten euch ein paar Bärlauch-Koordinaten: Im Wald bei Ettersburg nördlich von Weimar findet ihr Bärlauch, ebenso rund um den Riechheimer Berg, am Dolmar zwischen Thüringer Wald und Rhön und auch im Südeichsfeld bei Heyerode sieht es gut aus. Generell gedeiht der „Wilde Knoblauch“ vor allem in halbschattigen, feuchten Waldgebieten. Umso kalkreicher der Boden, desto besser für den Bärlauch. Für alle Bärlauch-Jäger gibt es hier sogar eine detaillierte Karte, wo ihr garantiert das Aromawunder findet.

Wenn ihr euch nicht ganz sicher seid, wie der Bärlauch zu erkennen ist, dann könnt ihr euch auch einer professionellen Führung anschließen. Im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal zum Beispiel leitet euch eine Bärlauch-Wanderung zu den begehrten Fundstellen.

Unser Tipp – Bärlauchblüte im Hainich

Traumhaft ist in den nächsten Wochen eine Erkundungstour durch den Nationalpark Hainich. Denn dort gedeiht der Bärlauch gleich auf mehreren hundert Hektar, das ist deutschlandweit einmalig. Fotoapparat mitbringen! Das Waldkraut unter den Buchen ist nicht zu übersehen, vor allem westlich des Rennstiegs – nicht zu verwechseln mit dem berühmten Rennsteig, aber ebenfalls mit einem weißen R markiert – säumt der Waldknoblauch die Wanderwege. Achtung, bitte nur gucken und schnuppern! Im Nationalpark ist das Sammeln von Bärlauch nämlich verboten. Wer kosten möchte, der versucht es einfach außerhalb des Parks, beispielsweise im Behringer Holz zwischen Craula und Behringen.

Nationalpark Hainich

Geerntet sind die Frühlingsschätze einfach: Die knackigen Bärlauch-Blätter, die an Tulpengrün erinnern, lassen sich am besten mit einer kleinen Schere oder einem Messer abschneiden. Wenn sich beim Reiben zwischen den Fingern kräftiger Knoblauchduft entfaltet, handelt es sich tatsächlich um Bärlauch. Dann steht der Waldernte an dieser Stelle nichts mehr im Wege. Aber Sammler sollten nur einzelne Blätter abschneiden und keinen Fundort „kahl“ rasieren. Übrigens, je jünger die würzigen Pflanzen sind, desto schmackhafter sind sie. Aber auch die Sternen-Blüten sind essbar und verleihen euren Gerichten als Deko den letzten Schliff.

Ein Muss auf jeder Wandertour

Gerade wenn ihr Kinder bei einem Ausflug in die Bärlauchteppiche dabei habt, solltet ihr unbedingt ein Schatzsucher-Picknick einplanen. Denn nirgendwo schmeckt ein simples Butterbrot mit frischem, selbst gesammeltem Bärlauch besser, als auf einer Waldlichtung. Frischkäse und vorbereitete Nudel- oder Kartoffelsalate lassen sich natürlich ebenfalls unterwegs mit „Blattknoblauch“ deftig verfeinern. Das schmeckt und ist auch noch gesund. Der Spruch „Bärlauch bis Mai – das ganze Jahr ohne Arznei“, bringt’s auf den Punkt!

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Und wie schmeckt nun der Bärlauch – außer auf Butterbrot – am besten? Es gibt unzählige Varianten, den frischen Waldschatz zum herzhaften Hochgenuss werden zu lassen. Mühelos gelingt ein Bärlauchbaguette: Stange von oben mehrfach einschneiden, Butter und kleingehackte Blätter einstreuen und im Ofen goldbraun toasten. Nicht viel aufwendiger ist ein selbst gemachtes Bärlauchbrot, Duft und Geschmack sind einfach himmlisch. Auch ein hervorragendes Pesto ist schnell gemixt. Wer es ein bisschen raffinierter mag, der findet online unzählige Kräuterkreationen, zum Beispiel hier. Wie wäre es mit einem Bärlauch-Schaumomlett, gefülltem Hähnchenfilet, einer Suppe mit Bärlauch-Grießenockerln oder Quiche? Bärlauch passt fast immer.

Thüringer Kräutertag in Gotha

Wer lieber Profiköchen vertraut, der sollte sich den 25. April freihalten, denn dann wird in Gotha lecker aufgetafelt: Ein Drei-Gänge-Bärlauch-Menü verwöhnt die Geschmackssinne. Dazu gibt es Geschichten rund um das vielseitige Kraut, das unter unzähligen Namen wie Ramsel, Rinsenknoblauch und Hexenzwiebel bekannt ist. Nebenbei bereiten die Menügäste aus den grünen Blättern auch kulinarische Mitbringsel für zu Hause zu. Der Waldknoblauch bietet also jede Menge Möglichkeiten für Spaß und Abenteuer. Also nutzt die Erntezeit: Auf zur Suche nach dem grünen Waldschatz und guten Appetit!

 

Duftende Bärlauch-Grüße,

Euer Thüringen-entdecken Team