Alles Bio auf dem Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn

erstellt von Thüringen entdecken am 12. März 2015 | 18:41

Kategorie: Rezepte | Stichwörter: , ,

Es ist eine Erfolgsgeschichte schlechthin, eine mit Engagement, Mut und dem festen Glauben an ein Ziel. Die Rede ist vom historischen Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn, das seit zwei Jahren als das einzige anerkannte Biohotel in Thüringen gilt. Alles ist hier Bio: der Käse, das Fleisch, die Eier, auch Gemüse, Honig, Kräuter, Säfte, Seife und, und, und.

Ein Genussparadies an der Werra

Hinter dem Erfolg steht ein Mann, der durch Zufall von diesem Job in der Nähe von Eisenach erfahren hat. Arnold Vogt ist der Geschäftsführer des Stiftsguts. Der gebürtige Liechtensteiner hat das A und O der Landwirtschaft als Agraringenieur in der Schweiz gelernt.

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Charmant philosophiert er mit uns über Qualität, denn eine gute, sprich ökologische Landwirtschaft, liegt ihm besonders am Herzen. „Gut“ ist ein Wort, das in Wilhelmsglücksbrunn bei Creuzburg bestens aufgehoben ist. Denn hier am beliebten Werratal-Radweg und unweit vom ökumenischen Pilgerweg „Elisabethpfad“ gelegen, ist tatsächlich ein kleines Paradies für Erholungs- und Genusssuchende entstanden. Wir sind umgeben von einer malerischen Hügellandschaft, Natur pur! Auf unserer Erkundungstour über das Stiftsgut lassen wir uns in den Hofladen führen, in 20 einladende Zimmer, wo man entspannt Übernachten kann, in Konferenzräume und sogar ein Bio-Restaurant samt Café gibt’s dort zu entdecken. Und das alles nur wenige Gehminuten von der Werra entfernt.

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Der kleine Hofladen auf dem Stiftsgut

Arnold Vogt kam 2002 an diesen idyllischen Ort, zuvor lebte und arbeitete er neun Jahre in Burkina-Faso, in West-Afrika. „Als landwirtschaftlicher Berater wurde ich von einer Missionsgesellschaft an die afrikanische Kirche ausgeliehen“, erzählt er uns. Somit schlägt sein Herz auch immer etwas afrikanisch.

Entwicklungshilfe, Kreditprogramme, Milchproduktion, Imkerausbildung. All das gehörte in Afrika zu seinen Aufgaben. Das, was nach Afrika folgte, war dann so nicht geplant. „Fügung“ nennt es Arnold oder vielleicht sogar „Berufung“. Denn eigentlich war zwischenzeitlich Madagaskar als nächstes Ziel angedacht, auch ein Angebot aus Afghanistan lag auf seinem Tisch. Und wohin hat es ihn schließlich verschlagen? Nach Thüringen!

Es war ein langer Weg

Mit dem Aufbau des Stiftsgutes, das ursprünglich als Saline genutzt wurde, ging es dem Landwirt mit der Leidenschaft wie zuvor in Afrika. Es war eine Herausforderung! Etwas aufbauen, etwas gestalten. Doch die Aufbauphase war schwieriger als gedacht, denn vor dem Aufbau kam erst einmal der Abriss. Viele Gebäude mussten weichen, weil sie kurz vorm Einstürzen waren. Dann entstand Schritt für Schritt neues Leben auf dem Gelände. 2001 wurden ein Restaurant und das Café eröffnet. 2003 folgte der Aufbau der heutigen Creuzburger Käsemanufaktur, dann drei Jahre später kam das Gästehaus samt Tagungsstätte dazu. Die gesamte Anlage ist barrierefrei und seit nun gut vier Jahren darf Wilhelmsglücksbrunn stolz von sich behaupten, 100-prozentig Bio-Produkte anzubieten.

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Alles Bio in der Creuzburger Käsemanufaktur

Radfahrer und Wanderer halten an für eine Rast, selbst Kanu-Paddler wissen, dass hier etwas Besonderes entstanden ist. Übrigens auch Johann Wolfgang von Goethe besuchte zu seiner Zeit schon mehrfach diesen Ort, um sich über die Solegewinnung der Saline zu informieren. Und auch heutzutage hat sich Wilhelmsglücksbrunn längst nicht nur unter den Thüringern einen Namen gemacht!

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Im Sommer ist die Region an der Werra ein Paradies für alle Genießer!

Rund 100 Hektar Fläche lässt Arnold Vogt bewirtschaften, vor allem mit den knapp 300 Lacaune-Schafen, einer Rasse, die aus dem Südosten Frankreichs stammt und sich auch in Thüringen sehr wohl fühlt. Aus deren Milch entsteht, was Feinschmecker immer öfter nach Wilhelmsglücksbrunn reisen lässt: Käseprodukte mit hoher Qualität. Ob Pecorino, Weich-, Butter-, Schnitt-, Hart- oder Frischkäse. Das Sortiment ist umfangreich und ausgesprochen lecker. Mit dem Creuzburger Blauen, einem pikanten Schimmelkäse, wurden bereits international Bronze- und Goldmedaillen gewonnen.

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Die Lacaune-Schafe auf Wilhelmsglücksbrunn und der besondere Schafskäse

In verschiedenen Reiferäumen lagern Laib an Laib, ordentlich sortiert und mit Buchstaben versehen, damit man den Überblick nicht verliert. Immer wieder wurde in der kleinen und gläsernen Käsemanufaktur experimentiert. Nur so konnte die Vielfalt an aktuell zehn Käsesorten entwickelt werden. Schafskäse aus Creuzburg vom Stiftsgut soll nun auch ganzjährig im Angebot sein. Darüber hinaus gibt es noch rund 20 Bienenvölker, die Honig liefern, und über 100 Hühner, die die meiste Zeit des Jahres draußen auf den Wiesen leben und einen eigenen mobilen Hühner-Wagen bewohnen.

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Nicht zu vergessen, die kleine Herde an Wasserbüffeln, die im Naturschutzgebiet die vorbeiradelnden Menschen anstarren. Sie liefern Büffelfleisch, aber eben auch Milch, die Vogt für Käse nutzen will. Noch wird ausprobiert, denn beim Melken werden die Kolosse überraschend schnell zu Mimosen. Aber Arnold Vogt glaubt an seinen Creuzburger Büffelmozzarella und daran, dass sich hier in den kommenden Jahren noch sehr viel mehr entwickeln wird.

Wir wünschen ihm dabei ganz viel Erfolg und immer neue kreative Ideen. Eins steht jedoch fest, es wird alles 100 Prozent Bio sein.

 

Viel Spaß beim Entdecken und Probieren,

Euer Thüringen-entdecken Team