Achtung, stachelig! – Kaktusdinner in Erfurt

erstellt von Thüringen entdecken am 1. Juli 2015 | 17:12

Kategorie: Rezepte | Stichwörter: , ,

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Wir haben ja schon einiges in Sachen „außergewöhnlich“ aus Thüringen gehört und gekostet, gar keine Frage. Aber habt Ihr schon mal was vom Kakteenessen gehört? Seit 19 Jahren veranstaltet die Gärtnerei Kakteen-Haage dieses besondere Dinner. Das lassen wir uns doch nicht entgehen!

Wir sind in der Blumenstraße (wie passend) in Erfurt in der ältesten Kakteenzucht der Welt. In den Gewächshäusern von Ulrich Haage stehen gefühlt Millionen dieser stacheligen Freunde. Daran ist nichts ungewöhnlich, doch heute stehen mitten drin Tische und Stühle. Alles ist fein dekoriert mit Tellern, Gläsern, Besteck und einer Menükarte, die an diesem Abend rund 130 Kakteen-Fans anlockt.

Kakteen

An vier Abenden im Jahr veranstaltet Ulrich diesen kulinarischen Klassiker namens „Kaktusdinner“. Wahre Kakteen-Gourmets reisen dafür sogar aus ganz Deutschland nach Erfurt an.

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Mit einer Gruppe aus Baden-Württemberg haben wir ebenso geplaudert wie mit einer Frau aus Berlin, die bereits zum 13 Mal beim Dinner mitmacht. „Kult“ sagen die einen, „den schönsten Termin des Jahres“ nennen es an diesem Abend andere. Kurzum: ein ebenso traditionelles wie immer wieder kulinarisch überraschendes Fest für die Sinne oder um mit dem 5-Gänge-Menü des 2015er Jahrgangs zu sprechen:

  • Karibische Bohnensuppe an fruchtiger Feta-Kaktus-Erdbeer-Salsa begleitet von Sommer-Salatina und Grillsaté von frischer Ananas
  • Gebratenes Papageifischfilet auf aromatischem Püree von Karotte, Ingwer und Nopalitos und traumhaftem Grenadine-Rum-Sößchen
  • Passionsfruchtsorbet zu mild gratiniertem Ziegenkäse und Kaktusblattfächer
  • Saftiges Filet vom Jamaikaschwein mit tomatiertem Kokos-Minz-Reis, sautiertem Kaktus und verführerischer Limetten-Jus
  • Pitahaya-Pannacotta dazu entsprechend passende Weine.

Mittendrin zwischen seinen Fans und Kakteenliebhabern steht Ulrich Haage, der an diesem Abend perfekter Gastgeber und humorvoller Unterhalter ist. Der mal im Gewächshaus Anekdoten zum Besten gibt, mal im Catering-Zelt mit Chefkoch Jan Bachmann über die Menüfolge spricht und dann wieder mit Smoking und guter Laune glänzt.

Kakteenessen

Ulrich Haage ist nun schon die sechste Generation, die die berühmte Kakteen-Zucht betreibt. Das Kakteendinner startete vor über 20 Jahren und war eigentlich als netter Abend für Wegbegleiter der Zucht gedacht. Über die Zeit lockten die außergewöhnlichen Rezepte mehr und mehr Kakteen-Esser an.

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Die wahren Fans wissen natürlich: Kakteen haben keine Stacheln sondern Dornen. Opuntien – oder auch Feigenkaktus genannt – ist die Sorte, die bei dem Dinner im Gewächshaus auf den Tisch kommt. Und nein, es sind allesamt Opuntien, die nicht aus der Sammlung Haage stammen, sondern die für den Abend aus Mexiko, wo Kakteen quasi die Nahrungsgrundlage sind, eingeflogen werden. Wie Ulrich Haage so schön anmerkte: „Wir essen heute ein halbes Gewächshaus Opuntien.“ Da wäre das Gewächshaus so gut wie leer nach einem Dinner-Abend, so viele Blätter wurden hier heute verspeist.

Fazit:

Vom Geschmack her erinnern die Blätter des Feigenkaktus  eher an grüne Bohnen. Auf der Lecker-Skala von 1 bis 10 schmeckt sie interessant – mehr nicht, aber auch nicht weniger. Die besonderen Leckerbissen ist die „Beilage“ neben der Opuntie. Und „geht nicht“ gibt es bei Ulrich nicht oder nur selten. Die kulinarische Breite reicht neben dem aktuellen Menü von Kaktusblättersauce, Kaktuseis bis hin zur Original Thüringer Kaktusbratwurst. „Kein Gericht gab es in den vergangenen 19 Jahren zweimal“, lobt Haage sich und die Mannschaft hinter den Kulissen.

 

Gourmetreiche Grüße,

Euer Thüringen-entdecken Team