Es summt und brummt – Honig aus Thüringen

erstellt von Thüringen entdecken am 25. Juni 2015 | 15:30

Kategorie: Rezepte | Stichwörter: ,

Wir sitzen im idyllisch ruhigen Garten von Schloss Tonndorf im Weimarer Land und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Die einzigen, die heute fleißig sind, sind die Bienen, die eifrig an uns vorbei jagen und schon an den nächsten Blüten der alten Streuobstbäume Nektar sammeln. Ein Gläschen des süßen Biohonigweins der Schlossimkerei macht den Nachmittag perfekt!

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Ganz klar, Honig ist gefragt und Imkern fast zu einem Trend geworden. Fast 3.000 Imker sind derzeit im Freistaat offiziell gemeldet. Doch neben den Berufsimkern probieren sich auch zu Hause in den heimischen Gärten angehende Honig-Profis bis Hobby-Imker.

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Vor allem in der Stadt ist Imkern voll angesagt! Zum offiziellen Bee-Day 2015 waren wir wirklich überrascht, wie viele Erfurter der Stadtimkerei verfallen sind, oder auch „Urban Gardening“ wie man es so trendig nennt. Aus diesem Grund gehen wir der Sache nach und erkunden weitere süße Honig-Orte für euch.

Wer in die Welt der Bienen und ihrer Arbeit eintauchen will, der ist in Weimar goldrichtig. Denn in der Stadt der Dichter und Denker findet ihr auch das Deutsche Bienenmuseum, das schon über 100 Jahre auf dem Buckel hat. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland die ersten Imkervereine, so auch 1837 in Weimar – ein Verein übrigens, den es noch heute gibt.

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Während es im Garten des Museums schwirrt und summt, und dort Flug für Flug die Waben immer voller werden, zeigen viele Info-Tafeln auf dem Gelände faszinierende Fakten: Denn Honigbienen sammeln nicht nur fleißig Nektar in einem Radius von bis zu fünf Kilometern.

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Für 500 Gramm Honig müssen Arbeitsbienen rund 40.000-mal ausfliegen und legen dabei eine Flugstrecke von rund 120.000 km zurück. Beeindruckende kleine Arbeiter! Honig ist natürlich nur ein Produkt von vielen im Weimarer Bienenmuseum: Im Hofladen gibt es z.B. Seifen, Kerzen oder Kosmetika aus Honig sowie lecker Met und Bonbons. Ein was haben wir Imker-Laien hier gelernt, Honig ist nicht gleich Honig!

 

 

Die Schlossimkerei

Es gibt unzählige Sorten Honig. Davon kann man sich bestens in der Schlossimkerei von Schloss Tonndorf überzeugen. Bundesweit bekannt wurde die „fröhliche und Bienenstich-immune Imkertruppe“ durch eine 5-teilige MDR-Serie, die ein Bienenjahr lang die Arbeiten der Imker begleitete. Michael Grolm ist hier sozusagen der König der Bienen. Michael lebt und arbeitet in einer 60-köpfigen Lebensgemeinschaft auf Schloss Tonndorf, die sich hier einer ganz ökologischen und natürlichen Lebensweise verschrieben hat. Selbstversorgung ist das Motto!

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Michael führt regelmäßig Gäste, Schulklassen oder Neugierige durch den wunderschönen Bienenschaugarten der Schlossimkerei und gibt Einblicke in das „Gold des Schlosses“.

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Besonders beliebt ist das Honigschleuderfest, das immer im Frühjahr stattfindet. Tausende Honig-Begeisterte lockt das Fest an, aber auch über das ganze Jahr hinweg ist hier ständig was los. Das „Summende Klassenzimmer“ und Honigkulturabende machen Tonndorf zu einem besonderen Honig-Ort in Thüringen.

Die Idee – Honig von der Deponie

Jetzt wird’s ganz skurril: Auf der Erfurter Deponie in Schwerborn arbeitet Thomas Maul als Deponiegärtner und Imker. Und dieser Thomas konnte doch tatsächlich den mächtigsten Mann der Welt, den US-Präsidenten Barack Obama, bereits von den Vorzügen der Bienenkulturen auf einer Deponie überzeugen. Wie das geht? Er setzte in Erfurt auf Bienen als Bioindikator. Wissenschaftlich nennt sich dieses System Biomonitoring.

Thomas Maul

Heißt übersetzt: Durch die regelmäßige Analyse des Honigs von der Deponie können Schadstoffe effizienter aufgespürt werden. Damit werden Risiken für Menschen und die Umwelt schneller sichtbar. Das Verfahren gibt es bereits an einigen deutschen Flughäfen. Auch auf den Abraumhalden in Gera-Ronneburg hat es sich schon durchgesetzt. Für die Deponie in Erfurt hat das Verfahren eine süße Nebenwirkung: die Deponie erhielt 2014 die Auszeichnung „Thüringer Bienenfreund“.

Dies nahm sich der US-Kongress als Vorbild und investierte umgehend mehrere Millionen Dollar in die Erforschung des Biomonitorings. Schließlich gibt es auch in den USA Deponien, die von den Erfahrungen des Erfurter Imkers Thomas Maul viele kluge Schlüsse ziehen können. Zur Arbeit der Berufsimker, Hobby-Imker und Vereine kommt also ein neuer Trend hinzu: Das Deponie-Imkern made in Thüringen! Wieder was gelernt.

 

Honigsüße Grüße,

Euer Thüringen-entdecken-Team