Thüringer Blechkuchen XXL

erstellt von Meeta K. Wolff am 24. Februar 2015 | 12:12

Kategorie: Rezepte | Stichwörter: , ,

Hat man etwas Zeit in Thüringen verbracht, so versteht man leicht, warum den Thüringern so viel an ihren Wurzeln liegt und sie so heimatverbunden sind. In der Geschichte der Leuchtenburg im wunderschönen Saaletal spiegeln sich die einmalige Hingabe und die Liebe der Menschen zu Ihrer Heimat wahrscheinlich ideal wider.

Eine Burg in neuem Glanz

Die Leuchtenburg in Seitenroda gehört meiner Meinung nach zu den schönsten Burgen, die auf deutschen Bergen je errichtet wurden. Zu DDR-Zeiten wurde die Burg leider vernachlässigt und sollte 2007 nach mehreren Fehlschlägen sogar versteigert werden. Jedoch waren sich die in Kahla und in anderen Städten rund um die Burg lebenden Menschen einig, dass ihre Leuchtenburg nicht in die falschen Hände geraten sollte. Unter der Leitung von Sven-Erik Hitzer, der damals die Burggaststätte betrieb, wurde mit privaten Geldern in Rekordgeschwindigkeit die gemeinnützige Stiftung Leuchtenburg gegründet. Kurz danach kaufte die Stiftung die Burganlage und brachte im Laufe der Zeit nicht nur alten Glanz zurück sondern auch neuen Schwung in die alten Gemäuer!

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Für die Burg wurden schließlich verschiedene Konzepte mit außergewöhnlichen Ideen entwickelt. So entstand auch die Vision der „Porzellanwelten„, in denen der scharfe Kontrast zwischen dem fragilen und grazilen Porzellan sowie der markanten und robusten, mittelalterlichen Burg hervorgehoben wird.

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An der Leuchtenburg wurden umfangreiche Renovierungen vorgenommen, einzigartige architektonische Akzente herausgestellt und der Burg so neues Leben verliehen. So findet sich hier 400 Meter über dem Tal ein Steg der Wünsche, eine mit allen Sinnen erlebbare Ausstellung und ab März sogar die größte Vase der Welt. Sven wirkte dabei nicht nur als treibende Kraft hinter der Rettung des Schicksals der Leuchtenburg, sondern auch als eine der Kräfte, die wagenradgroße Kuchen auf die Burg brachten!

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Skywalk: 20-Meter langer Steg der Wünsche

Ganze Wagenräder!

Thüringen ist für seinen Blechkuchen berühmt und hier in der Gegend rund um die Leuchtenburg haben sich die wagenradgroßen Kuchen einen Namen gemacht. Karin Weiland war eine der ersten Bäckerinnen auf der Leuchtenburg und entwickelte zusammen mit Sven-Erik Hitzer ausgehend von traditionellen Rezepten ganz neue Ideen. Gebacken wurden die Kuchen in ihrer eigenen kleinen Küche in einem alten Holzbackofen. Dadurch erhielt der Kuchen ein herrlich rauchiges Aroma und der Teig bleibt schön saftig. Mit über 70 blickt die Bäckerin Karin heute auf die Jahre zurück, die sie auf der Burg verbracht und in denen sie über 11.000 Kuchen, zu Höchstzeiten wie Ostern sogar 30 pro Tag, backte.

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Mohn- und Quarkkuchen (bekannt als Kleckskuchen) gehören ebenfalls zu ihrem Standardrepertoire wie eine Vielzahl von Obstkuchen – Stachelbeere, Pflaume, Kirsche oder Rhabarber. Damit kann sie sich wirklich als die (Kuchen-)Königin der Burg bezeichnen! Inzwischen hat sich Karin vom Kuchenback-Geschäft zurückgezogen und ihr Wissen an andere wie Rico Hamisch weitergegeben. Er führt nun die Tradition der wagenradgroßen Kuchen weiter. In Zukunft soll auf der Burg sogar eine eigene Bäckerei für die XXL-Kuchen entstehen, in der ihr jederzeit den berühmten Blechkuchen auch für zu Hause kaufen könnt.

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Mein Tag auf der Leuchtenburg war außergewöhnlich! Ich konnte einen ganz kleinen Einblick in die Herstellung der traditionellen Blechkuchen gewinnen und erhielt außerdem eine exklusive Führung durch die schöne Porzellanwelt. Bei den Treffen mit einigen Leuten hinter den Kulissen wurde wieder deutlich, wie Leidenschaft und Hingabe wortwörtlich Felsen bewegen können. Wenn die Sonnenstrahlen den Glimmer des Muschelkalksteins erfassen, auf dem die Leuchtenburg prachtvoll ruht, erstrahlt sie in ihrem ganzen majestätischen Glanz. Wunderschön!
Meine eigene Kreation hat sich nun sehr von den Kuchen und der Leuchtenburg selbst inspirieren lassen. Allerdings habe ich meinem Kuchen eine ganz besondere und etwas modernere Note verliehen. Gebacken wird dabei nichts. Es ist eher das perfekte Dessert nach einem großartigen Dinner.

Kuchen im Glas

Mit Honig geröstetes Rhabarber-Ziegen-Käsekuchen-Dessert (für 4 Personen):

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Rhabarber-Mischung

•    300 g Rhabarber, gereinigt und in Stücken geschnitten
•    3 Esslöffel Olivenöl
•    1 Vanilleschote, ohne Samen
•    Saft von ½ Zitrone

Alle Zutaten in einer sauberen Schüssel mischen. Den Ofen auf 150 °C erhitzen. Den Honig-Rhabarber auf ein Backblech legen und 8-10 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Den Ofen an lassen.

Nussmischung

•    250 g Mehl
•    170 g Butter
•    110 g Pistazien
•    110 g Mandeln
•    110 g Muscovado-Zucker

Alle Zutaten in eine Küchenmaschine geben und so lange verarbeiten, bis die Mischung wie Semmelbrösel aussieht. Die Mischung auf einem Backblech verteilen und 30 bis 35 Minuten lang backen. Dabei die Mischung unbedingt alle 10 Minuten umrühren, dann herausnehmen und zum Abkühlen zur Seite stellen.

Ziegen-Käsekuchen-Mischung

•    225 g Ziegen-Frischkäse
•    125 g Crème fraîche
•    250 g Sahne
•    2 Esslöffel Honig
•    3 Blätter Gelatine

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Die Gelatine 5 Minuten lang in kaltem Wasser einweichen. Mit etwa 2-3 Esslöffel Sahne in einen Kochtopf geben und leicht erwärmen, damit die Gelatine schmilzt. Zur Seite stellen und leicht abkühlen. Crème fraîche, Ziegenkäse und Honig zu einer weichen Mischung schlagen. In einer getrennten Schüssel die Sahne schlagen, bis sich feste Spitzen bilden. Die gekühlte Gelatine in die Ziegenkäse-Mischung unterheben und dann mit einem Spachtel auch die Schlagsahne unterheben, bis alles gut vermischt ist.

Zusammenstellen:

50 g Pistazien, fein gehackt, Mit einem Löffel großzügig eine Schicht gehackter Nüsse in ein Glas oder eine Dessertschale geben und einige Löffel der Ziegenkäse-Mischung hinzufügen. Dies etwa 30–40 Minuten lang kühlen, bis die Sahne fest geworden ist. Kurz vor dem Servieren mit dem Löffel etwas von dem mit Honig gerösteten Rhabarber oben darüber geben und mit gehackten Pistazien bestreut servieren.
Dies ist ein sehr vielseitiges Dessert und es lässt sich in vielen verschiedenen Variationen zubereiten. Probiert doch auch mal pochierte Pflaumen, gewürzte Kirschen oder geröstete Stachelbeere.

Tipp:

Lasst euch direkt auf der Leuchtenburg von meinem Kuchen im Glas verführen! Im neu gestalteten Besucherzentrum könnt ihr ab jetzt meine Neukreation genießen. Und einen tollen Ausblick über das Saaletal gibt’s beim Naschen gratis dazu.

 

Lasst es euch schmecken,

Eure Meeta